Verhaltenskodex in Japan

Verhaltenskodex in Japan

Masafumi Yasunaga (Japan)
Was sollte man im Alltag/im Berufsleben beachten, wenn man in Japan ist? Masafumi Sprache(1): Wenn ein Fremder nicht Japanisch sprechen kann, so kann er sich doch auf Englich verständigen, aber er sollte langsam und deutlich sprechen, sonst verstehen ihn die Leute schlecht. Sprache(2): Viele Japaner können den L-Laut nicht von dem R-Laut unterscheiden und sagen L, wenn sie R meinen. Ein Fremder, der einen Japaner nach dem Weg fragt, sollte deshalb nicht nach einem Licht suchen, wenn er die Auskunft bekommen, "Turn light, please!“, sondern einfach rechts abbiegen. Sprache(3): In der japanische Sprache gibt es ein Wort für „Entschuldigung!“ und „Danke schön!“. Haufig ist aber die erste Bedeutung gemeint. Wenn ein Fremder einem Japaner hilft und der Japaner „I am sorry!“ sagt, meint er eigentlich „Thank you very much!“. Kommunikationspragmatik: Japaner haben die Tendenz, ihre Meinung nicht direkt zu äußern, auch wenn sie eine Entscheidung treffen sollen/müssen. Ein Fremder sollte z.B. ihre Gestik beachten, oder wiederholt danach fragen, was sein Sprechpartner meint. Formalität: Wenn ein fremder Mann eine Geschäftsreise nach Japan macht, darf er seine Krawatte nicht vergessen. Auch im Sommer, wenn die Temperatur bei 35 Grad liegt und die Luft schrecklich feucht ist, sollte er während der Arbeit eine Krawatte tragen. Formalitätsausnahme: Ein Fremder muss nicht unbedingt Stäbchen benutzen, wenn er z.B. in einem japanischen Restaurant isst. Er darf frei einen kellner um ein Besteck bitten. Was darf man auf keinen Fall tun, um nicht negativ aufzufallen? Kontakt: In einer formellen Situation sollte man Hautkontakt vermeiden, besonders zwischen Frauen und Männern. Es ist zwar ganz in Ordnung, dass ein Mann einer Frau die Hand gibt, aber eine Umarmung oder gar Küsse könnten sie in Verlegenheit bringen. Dagegen ist eine herzliche Begrüßung z.B. nach einem Flirt in der Disco erlaubt. Gruß: Wenn ein Fremder grüßt, kann er sich statt die Hand zu geben verbeugen wie ein Japaner. Dabei darf er aber nicht die Hände falten: Das macht normalerweise niemand in Japan, sondern ist beispielsweise in Indien üblich. Wenn er sich vor seinem Sprechpartner beugt und dabei die Hände faltet, bedeutet das, dass er den Sprechpartner als Gott verehrt oder ihn als Verstorbenen betrachtet und seiner Seele Ruhe bringt... Einladung zu Hause: In den meisten Fällen muss man in Haus des Gastgebers die Schuhe ausziehen, sonst wird man nie wieder eingeladen. Dagegen darf man die Schuhe im Büro nicht ausziehen.