Wie die Frankfurter babbeln und was die gerne trinken

Wie die Frankfurter babbeln und was die gerne trinken

Jolanta Gutowska (Polen)

6

Äppelwoi ist das Nationalgetränk der Hessen und wohl das bekannteste Produkt der Region. Vor allem in Frankfurt, dem international bedeutsamen Finanzzentrum, kommt man nicht um diesen Trunk herum. Traditionellerweise kommt Apfelwein, wie das Getränk auf hochdeutsch heißt, im sogenannten „Bembel“ auf den Tisch. Das ist ein dickbäuchiger Krug aus Steingut mit blauer Malerei auf grauem Grund. Die alteingesessenen Frankfurter trinken natürlich nicht einfach nur den Apfelwein. Man kann den Apfelwein zum Beispiel mit Mineralwasser oder einer Zugabe von süßer Limonade trinken. Dafür gibt es eigene Namen: Gespritzter, Sauergespritzter (mit Wasser gemischt) oder Süßgespritzter (mit Limonade gemischt). Die meisten Wirte in den Apfelweinkneipen meinen, dass Apfelwein gesund hält. Das ist aber kein Wunder, schließlich leben sie von dessen Verkauf. Natürlich wird niemand daran glauben, dass der tägliche Weintrunk der Gesundheit förderlich ist. Aber die positiven Wirkungen von Apfelwein sind doch belegt, wenn er in Maßen getrunken wird. Apfelwein regt die Verdauung an und beugt Magen- und Darmkrankheiten vor. Er wirkt blutdrucksenkend, verbessert die Gehirndurchblutung und fördert somit die geistige Aktivität. Außerdem hilft der heiße Apfelwein ebenso gut gegen Erkältung wie die vielen Medikamente aus der Apotheke. Dann nehmen wir doch lieber einen „Schoppen“ zu uns als die vielen Medikamente! Der Apfelwein wird „gepetzt“ oder „geribbt“ (beides sind hessische Ausdrücke für das Apfelweintrinken). Egal wie man es auch nennt, auf jeden Fall sollte man Apfelwein mal probieren, wenn man in Hessen und besonders in Frankfurt ist. Ich hab das Frankfurter „National“getränk schon mal gepetzt und muss sagen, meinen Geschmack hat es nicht getroffen. Am besten bildet ihr euch aber eure eigene Meinung.

Was neben dem Äppelwoi aber noch interessant ist, ist die Tatsache, dass zwischen Frankfurt und Kassel „gebabbelt“ wird. Was ist babbeln? Also das Babbeln ist das Reden im Dialekt in Frankfurt und Umgebung, was aber für den Auswärtigen unverständlich bleiben kann. Kennzeichen der hessischen Mundart ist vor allem, dass aus „ch“ ein „sch“ wird. Manche finden das „herrlisch“, andere wieder „ferschterlisch“ (fürchterlich).

Wie babbeln die Hessen nun?

„Gude wie?“ klingt kurz und aussagekräftig, ist aber nur die hessische Variante für „Guten Tag, schön dich zu sehen, wie geht es dir?“. „Gell(e)“ wird häufig am Ende eines Satzes gesagt und heißt „nicht wahr!“. „Nimm die Flosse weg“, heißt nicht, dass du einen Fisch, sondern deine Hände wegnehmen sollst, und sollte jemand morgens „Gemorje“ zu dir sagen, so wünscht er dir freundlich „Guten Morgen!“, was du gerne mit „Gemorje“ erwidern kannst. Für den Apfelwein gibt es viele gebräuchliche Namen: Äppler, Ebbelwoi / Äppelwoi, Schoppe und Stöffche.

Auf jeden Fall ist zu empfehlen, sich ein hessisches Wörterbuch zuzulegen, wenn man Frankfurt und seine Menschen kennen lernen möchte.