Die 1968er Porträts

Porträts Studentenführer in Ost und West die1968er   Adam Michnik (geboren am 17. Oktober 1946 in Warschau) gehört zu den bekanntesten Intellektuellen Polens. 1964 beginnt er das Studium der Geschichte an der Warschauer Universität, wird aber aufgrund seiner oppositionellen Tätigkeiten mehrmals von der Universität verweisen. Wegen seiner führenden Rolle bei den März-Ereignissen in Polen (siehe Seite 17) bekommt er schließlich endgültig seine Studentenrechte aberkannt und wird verhaftet. Erst Mitte der 70er Jahre wird ihm erlaubt weiter zu studieren, so dass er sein Studium abschließen kann. Auch danach setzt sich Michnik „für einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ ein. Von 1980 an ist er Berater der unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc. Als 1970 das Kriegsrecht verhängt wird, wird er mit anderen Oppositionellen verhaftet. Das Angebot frei zu kommen, wenn er das Land verlässt, lehnt er in einem offenen Brief ab. 1984 wird er aus der vier Jahre andauernden Untersuchungshaft entlassen, doch 1985 wegen Beteiligung an Streikvorbereitungen in der Leninwerft Danzig erneuet für ein Jahr verhaftet. Nach seiner Freilassung setzt er sich für die Durchführung demokratischer Wahlen ein, wird selbst zum Angeordneten gewählt und gibt für Lech Walesa die Wahlzeitung „Solidarität“ (Gazeta Wyborcza Solidarnosc) heraus. Obwohl zunächst als reine Wahlkampfzeitung geplant, erscheint die Gazeta Wyborcza weiter und ist mittlerweile unter Michnik die auflagenstärke Tageszeitung des Landes. Heute stimmt Michnuk einen eher versöhnlichen  Ton an, indem er sich der Forderung nach einem „dicken Schlussstrich“ (gruba kreska) zugunsten des gesellschaftlichen Friedens anschließt. 2001 versöhnt er sich mit General Czeslaw Kiszczak, der früher für seine Inhaftierung verantwortlich war. (Vgl. http://www.wikipedia.de, Stichwort: Adam Michnik). die1968er1 Rudi Dutschke (geboren am 07. März 1940 in Schönefeld/Mark Brandenburg, gestorben am 24. Dezember in Aarhus/Dänemark) gilt als Vordenker und Sprachrohr der Studentenbewegung in Deutschland. 1961 siedelt er nach West-Berlin über, um an der FU Berlin das Studium des Soziologie aufzunehmen. Dort wird er in den politischen Beirat des SDS gewählt. Nach dem Motto „ohne Provokation werden wir überhaupt nicht wahrgenommen“, ruft er zur Bildung einer außerparlamentarischen Opposition gegen die Große Koalition aus SPD und CDU/CSU auf. Unter anderem organisiert er zahlreiche Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg, nimmt am Hungerstreik gegen den inhaftierten Fritz Teufel auf der Kommune I teil und ist Mitorganisator der Springer-Kampagne, in der die Enteignung Axel Springers gefordert wird. In Folge einer Hetzkampagne in der BILD-Zeitung wird auf Rudi Dutschke am 11. April 1968 ein Attentat verübt, das er nur knapp überlebt. Nach dem Anschlag wird Dutschke an der FU Berlin zum Dr. Phil. promoviert. Am 24. Dezember 1979 stirbt er in Dänemark untertratet an den Spätfolgen des Attentats. Rudi Dutschke war ein Mann des Wortes, von terroristischen Aktionen grenze er sich deutlich ab, sie bezeichnete er als „Zerstörung der Vernunft“ (Vgl. http://www.mythos-dutschke.de).