Am Ende des Schweigens

„Am Ende des Schweigens“ von Charlotte Link

rezensiert von Kateryna Kvasnytsia

Zur Autorin

Charlotte Link wurde am 5. Oktober 1963 in Frankfurt am Main als Tochter der Autorin Almuth Link und eines Juristen geboren. Das Studium in Jura, Geschichte und Literatur in München brach sie zugunsten ihrer schriftstellerischen Karriere nach wenigen Semestern ab. Bereits mit 16 Jahren arbeitete Charlotte Link an ihrem Erstlingswerk „Die schöne Elena“, das sie in den drei letzten Schuljahren vor dem Abitur verfasste und 1985 veröffentlichte. Bisher hat sie 23 Romane geschrieben. Einige wurden sogar verfilmt. 2014 erschien ihr neuestes  Buch über die letzten Jahre  ihrer an Krebs erkrankten Schwester Franziska, die sie während ihrer Krankheit begleitete.

Ihr 15. Buch, „Am Ende des Schweigens“

Ihr 15. Buch, „Am Ende des Schweigens“, möchte ich hier vorstellen. Ich hatte es bereits  in der Ukraine angefangen zu lesen, da ich aber nur die ersten 60 Seiten (von 600) im Internet fand, kaufte ich mir sofort das ganze Buch, sobald ich nach Deutschland kam. Wenn ich etwas lesen will, muss ich normalerweise lange suchen, bis ich das Passende gefunden habe. Bei „Am Ende des Schweigens“ aber war es anders, bereits die ersten Sätze fesselten mich.

„Am Ende des Schweigens“ erschien 2003 und stand monatelang auf den ersten Plätzen der „Spiegel-Bestsellerliste“. Dabei handelt es sich um einen psychologischen Kriminalroman, mit dem die Erfolgsautorin erneut ihr außergewöhnliches Talent für spannende Unterhaltung bewiesen habe, so die Kritik.

Der Roman besteht aus vier Teilen und wird in der dritten Person erzählt. Von diesem Erzählstil weicht die Autorin ab, wenn das Tagebuch der Hauptperson Ricarda und Tims psychologische Arbeiten vorgestellt werden. In diesem Momenten wechselt sie in die Ich-Perspektive, die den geschilderten Gedanken, Eindrücken und Emotionen mehr Authentizität verleiht. Die Sprache des Textes finde ich perfekt: Dialoge sind mit Beschreibungen verbunden, die dabei  zur Aufklärung des Falls wichtigsten und wertvollsten Informationen werden  in Kursivschrift dargestellt.

Die Handlung

Die Handlung spielt in Stanbury, einem kleinen Dorf im Westen Yorkshires, England. Hauptpersonen sind drei eng befreundete Familien, die ihre Ferien regelmäßig in Stanbury verbringen. Bereits auf den ersten Seiten wird detailliert geschildert, wie fünf Familienmitglieder tot in ihrem Blut liegend aufgefunden werden. Sie sind Opfer eines brutalen Mordanschlags geworden.  Wie es dazu kommen konnte, wird im weiteren Roman als Rückblick dargestellt. Es erweist sich, dass die Beziehung der so genannten befreundeten Familien alles andere als rosig war. Fest steht, dass ein Familienmitglied der Täter oder die Täterin sein muss,.

Die eigentliche Kriminalhandlung, die Suche nach dem Mörder, findet erst im zweiten Teil des Buches statt. Nicht wie in einem gewöhnlichen Kriminalroman liegt hier eine Leiche herum und ein Kommissar ermittelt, sondern nach und nach werden die gegenseitigen Abhängigkeit der Freunde auseinander gedröselt.

Ich finde diese psychologische Seite des Romans sehr interessant und nicht klischeehaft. Meiner Meinung nach ist dieses Buch ein Volltreffer! Schade, dass ich es schon fertig gelesen habe.