Stefan Zweig

Ungeduld des Herzens

rezensiert von Elene Tarabukina

Zum Autor

Stefan Zweig (1881-1942) war ein österreichischer Schriftsteller. Er wurde 1881 in einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren. 1900 schrieb er sich an der Wiener Universität ein und studierte Philosophie. Bekannt wurde er vor allem durch seine Novellen. Zwar versuchte Zweig auch Romane zu schreiben, bis auf  Ungeduld des Herzens schaffte er es jedoch nicht, sie  auch zu beenden. “Ungeduld des Herzens” sollte sein einziger Roman bleiben, er wurde 1939 veröffentlicht.

Die Handlung

Protagonist des Romans ist der junge und arme Leutnant Anton Hofmiller, der in das Schloss des ungarischen Magnaten Lajos von Kekesfalva eingeladen wird. Dort lernt Anton zwei schöne Mädchen kennen, und zwar die Tochter des Gastgebers Edith Kekesfalva und ihre Cousine Ilona. Mit Ilona unterhält sich Anton rege, diskutiert und tanzt mit ihr. Bis er auf einmal bemerkt, dass er mit Edith noch kein Wort gewechselt hat. Um nicht unhöflich zu sein, lädt er Edith zu einem Tanz ein. Aber als Reaktion darauf bricht sie in Tränen aus. Anton, nicht wissend, was los ist, fragt Ediths’ Cousine. Sie erklärt ihm, dass Edith schwer krank sei und an einer Lähmung der Beine leide, sie könne ohne Hilfe anderer nicht gehen.

Verwirrt verlässt Anton das Schloss und vergisst sogar sich zu verabschieden. Die ganze Nacht plagt ihn sein schlechtes Gewissen und er entscheidet sich, einen großen Strauss roter Rosen an Edith zu schicken, um sich bei ihr zu entschuldigen. Edith wiederum antwortet ihm höflich und freundlich und lädt ihn zum Abendessen ein. Von diesem Tag an verbringt Anton jede freie Zeit im Schloss mit Edith. Edith verliebt sich schließlich in ihn, doch leider empfindet Anton nicht dasselbe für Edith. Dennoch hört er nicht auf, sie  zu besuchen,  seine Anwesenheit macht Edith sehr glücklich, was auch Edith’s Vater bemerkt, der Anton den Vorschlag macht, sich mit Edith  zu verloben.  Aus Mitleid kommt Anton dem Wunsch der Familie nach und verlobt sich mit Edith, Liebe empfindet er aber weiterhin nicht. Aus Angst  vor Spott und Verachtung leugnet er in der Öffentlichkeit sogar seine Verlobung mit Edith. Als Edith dies erfährt, sürzt sich Edith von der Terrasse des Schlosses  in den Tod.